Tenebrae – Wenn an Karfreitag die Dunkelheit spricht

Worte aus dem Matthäusevangelium lassen Verrat, Schmerz und Kreuzigung lebendig werden. Kerzen erlöschen. In der Stille eines Tenebrae-Gottesdienstes wird die Tiefe der Dunkelheit spürbar - und zugleich die unfassbare Liebe Gottes, die stärker ist als alles Versagen.

Tenebrae

Tenebrae – noch nie gehört. Nachgeschaut – interessant. Darstellung der Dunkelheit, die durch die Leidensgeschichte Jesu in dieser Welt Raum bekommt. Spoiler: Nur für drei Tage.
Kerzen brennen und werden eine nach der anderen gelöscht.
Wir lesen aus Gottes Wort über die Dunkelheit des Verrats des Judas, des Schmerzes, der Verleugnung des Petrus, des Spotts, der Kreuzigung, letztlich des Todes von Jesus und seines Begräbnisses. Dunkelheit.
Alte und Junge, Große und Kleine, Frauen und Männer, ganz verschiedene Menschen lesen das grausame Geschehen von vor ca. 2000 Jahren aus dem Matthäusevangelium vor (Matthäus 26-27). So sind wir.
Dazwischen Musik (Cello und Klavier), die Zeit zum Nachdenken gibt.
Ich lese den Verrat des Petrus. Es trifft mich. Ja, so sind wir, so bin ich. Und so anders ist Gott. Jesus lässt den Spott über sich ergehen und hält die Torturen aus, weil er für uns alle durchhält, wegen uns. Aus Liebe.
Wir enden mit Stille. Vor dem Kreuz. Mit den Erinnerungen an Gottes Geschenk der Vergebung, der Brücke in den Himmel und an unsere Verdorbenheit.
Der Saal ist berstend voll. Schön, so viele, die Gott dankbar sind.
Wir gehen hinaus in Stille. Das tut gut. Was soll man auch sagen, wenn jemand sich opfert an unserer Stelle. Ich möchte weinen über meine Feigheit, mein Versagen, mein Verleugnen, meine Zielverfehlungen im Angesicht der Dunkelheit, die Jesus auf sich genommen hat. Möchte ein Herz, das weinen kann wie Petrus, der erkennt, dass er total versagt hat, auch wenn er sonst so mutig erscheint.

Ich sehe Menschen auf der Straße. Viele Menschen, ganz verschiedene. Alte und Junge, Große und Kleine, Frauen und Männer. Und ich bin traurig, weil ich denke, dass Dunkelheit noch immer zu viel Raum hat und Gottes Geschenk der Vergebung ihnen vielleicht gar nicht bekannt ist.

4. April 2026
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Gedanken von

Gabi

Gabi Haselsteiner
Gabi ist seit 2025 Teil der Evangeliumsgemeinde
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